Schulentwicklung nach dem EFQM-Modell
Generelle Voraussetzungen
Das gesamte Kollegium einschließlich Verwaltung wurde in den Gesamtprozess einbezogen. Grund dafür ist die erforderliche Akzeptanz bei allen an der Schule Beschäftigten, wenn die Einführung des Qualitätsmanagements erfolgreich sein soll. Besonders wichtig ist die umfassende Information über Ziele und Strategien des EFQM-Modells und die Schaffung von hoher Transparenz für alle Beteiligten.
Vor diesem Hintergrund ist allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das EFQM-Modell in einer Fortbildungsveranstaltung vorgestellt worden. Aus den genannten Gründen hat eine ungewöhnlich hohe Zahl von Lehrkräften sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Verwaltung an dem „European Assessor Training" teilgenommen. An der Selbstbewertung und der Priorisierung wurde das gesamte Personal unserer Schule beteiligt. Schwerpunktmäßig wurde mit dem Leitfaden „Unsere Schule auf dem Weg in die Zukunft – Schulentwicklung nach dem EFQM-Modell" und der Struktur des Kursbuches für uns als Schule mit Blick auf die Selbstbewertung gearbeitet. Der Gesamtprozess wird dauerhaft von einer schulinternen Steuergruppe begleitet, indem sie die Qualitätsentwicklung und –sicherung in der Schule kommuniziert, für Akzeptanz wirbt und bei der Herstellung der erforderlichen Transparenz und der Einbindung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schule beiträgt. Demgemäß setzt sich die Steuergruppe aus Lehrkräften aller Abteilungen unter Beteiligung des Schulpersonalrates, der Frauenbeauftragten und einer Mitarbeiterin aus der Schulverwaltung zusammen. Die Steuergruppe wird von einem gewählten Mitglied geleitet.
Mission, Vision und Werte als Leitbild der Schule
Mission, Vision und Werte bilden als Leitbild die Grundlage für die Schulentwicklung unserer Schule. Von der Struktur her orientiert sich die erarbeitete Vision an den Kriterien des EFQM-Modells.
Durchführung einer Selbstbewertung
Im Oktober 2005 ist mit dem gesamten Kollegium die erste schulweite Selbstbewertung unter Anleitung eines externen Unternehmensberaters an 2 Tagen erfolgreich durchgeführt worden. Alle Beteiligten haben sich motiviert und mit Engagement auf diesen Prozess eingelassen. Insgesamt identifizierten 26 Selbstbewertungsgruppen unter Anleitung jeweils zweier EFQM-Assessoren 594 Verbesserungsmaßnahmen. Sämtliche Maßnahmen sind in einem sogenannten Kursbuch zusammengestellt und anschließend schulweit veröffentlicht worden. Da die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Regel an nur einem Schwerpunkt (Teilkriterium) mitgewirkt haben, bestand nunmehr für jeden die Möglichkeit, das Kursbuch mit allen Verbesserungsmaßnahmen zur Kenntnis zu nehmen und bei Bedarf Ergänzungs- bzw. Änderungsvorschläge zu machen.
Durchführung des Konsensmeetings
Im November 2005 ist von einem repräsentativen Kreis des gesamten Kollegiums unter Anleitung eines externen Unternehmensberaters das Konsensmeeting durchgeführt worden. Beteiligt waren Vertreter bzw. Vertreterinnen aus allen Fachbereichen, der Koordinatorinnen bzw. Koordinatoren, der Verwaltung und des Personalrates, die Frauenbeauftragte und der Schulleiter. Grundlage waren alle 594 Verbesserungsmaßnahmen aus dem während der Selbstbewertung entstandenen Kursbuches, die in einer Liste nach Kriterien zusammengefasst vorbereitet waren. Im Rahmen des Konsensmeetings sind alle Maßnahmen auf Stichhaltigkeit und Verständlichkeit überprüft worden. Es wurde im Einzelnen verglichen, ob die jeweilige Maßnahme mit einer anderen zusammengelegt werden kann und ob sie aus sich selbst heraus verständlich formuliert ist. Darüber hinaus war jeweils zu prüfen, ob es überhaupt eine relevante Maßnahme ist, ob die Maßnahme in die Zuständigkeit der Landesschulbehörde bzw. des Kultusministeriums gehört oder ob es eine sogenannte „low hanging fruits" (eine sofort in eine Stärke umsetzbare Verbesserungsmaßnahme) ist. Auf diese Weise sind aus den zunächst 594 Verbesserungsmaßnahmen 314 Verbesserungsmaßnahmen im Konsens mit allen Beteiligten endgültig identifiziert worden.
Priorisierung der Verbesserungsmaßnahmen
An der Priorisierung der 314 Verbesserungsmaßnahmen, die in der Zeit vom 23. November bis zum 9. Dezember 2005 erfolgte, konnten sich alle Kolleginnen und Kollegen beteiligen. Hierzu wurde ein Punktesystem entwickelt, um die Festlegung der Rangfolge der zu bearbeitenden Verbesserungsmaßnahmen auf alle Befähiger-Kriterien zu verteilen und nicht schwerpunktmäßig auf wenige Bereiche zu konzentrieren. Die Befähiger-Kriterien umfassen die Bereiche „Führung", „Ziele und Strategien", „Mitarbeiter", „Partnerschaften und Ressourcen" und „Prozesse".
Festlegung von Indikatoren
Das in der Gesamtkonferenz am 21. Dezember 2005 beschlossene Leitbild unserer Schule (Mission, Vision und Werte) war Grundlage für die Festlegung von Indikatoren, mit deren Hilfe wir über quantitative Messungen erkennen wollen, ob wir uns durch die Maßnahmen im Rahmen unserer Schulentwicklung den in unserem Leitbild formulierten langfristigen Zielsetzungen nähern. Ein repräsentativer Kreis von 12 Personen aus unserer Schule entwickelte im Januar 2006 unter Anleitung eines Unternehmensberaters entsprechende Indikatoren.
Bündelung und Bearbeitung von Verbesserungsmaßnahmen
Die inhaltliche Analyse aller 314 Maßnahmen ergab, dass es aus Gründen synergetischer Effekte vorteilhaft ist, einer hoch priorisierten Maßnahme weitere Maßnahmen mit verwandten Inhalten zuzuordnen und sie zu einem Projekt zu bündeln. So gehören beispielsweise zur am höchsten priorisierten Maßnahme, die sich mit Befragungen beschäftigt, weitere 17, die zum Projekt „Evaluation" zusammengefasst sind. Für jedes Projekt hat der Schulleiter einen Projektauftrag erteilt. Die Bearbeitung erfolgte nach der Projektmanagementmethode. Über die zu Themenschwerpunkten gebündelten Verbesserungsmaßnahmen können Sie sich in Kapitel IV informieren.
Zur Überprüfung der Umsetzung verabschiedeter Maßnahmen wurde im Schuljahr 2007/2008 ein umfassendes Controllingsystem eingeführt. Grundlage dieses Controllings ist eine elektronisch aufbereitete „Aktivitätenliste", in der alle für eine Verbesserungsmaßnahme Verantwortlichen zu einem vorgegebenen Termin aufgefordert werden, ihre Ergebnisse einer festgelegten Stelle zuzuleiten.
Reflektion zum Schulentwicklungsprozess nach dem EFQM-Modell
Die Implementierung des EFQM-Modells trägt mit den getroffenen Regelungen und Maßnahmen in geeigneter Weise dazu bei, dass die von unserer Schule erbrachten Leistungen den Anforderungen gerecht und unsere Ziele erreicht werden. Der bisherige EFQM-Prozess hat dazu geführt, dass die Diskussion zur Qualitätsentwicklung und –sicherung im gesamten Kollegium einen festen Platz gefunden hat. Der Tagesordnungspunkt „Qualitätsentwicklung und Umsetzung des EFQM-Modells" wird in jeder Gesamtkonferenz und in allen Teilkonferenzen sowie in Dienstbesprechungen ausführlich behandelt. Vereinbarte Ziele sollen in gemeinsamer Anstrengung und unter Beachtung der Anforderungen von Schülerinnen und Schülern, Eltern, Betrieben und der Gesellschaft erreicht werden. Dabei ist die Ergebnisanalyse der Schülerbefragung bezogen auf jeden Fachbereich, jede Schulform und Klasse in besonderer Weise geeignet, Rückschlüsse auf die Leistungsfähigkeit der Schule zu erhalten. Die Notwendigkeit, sich selbst anhand von Standards zu überprüfen und seine eigenen Leistungen im Zusammenspiel mit der Leistungsfähigkeit der gesamten Schule verbessern zu müssen, rückt zunehmend ins Bewusstsein der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Schule. Es wird nicht mehr die Frage gestellt, warum der kontinuierliche Verbesserungsprozess erforderlich ist, sondern wie dieser am besten erfolgen kann. Die Umfragen bei Schülern, Eltern und Betrieben haben unabhängig von einzelnen Ergebnissen insgesamt für positive Rückmeldungen und ein besseres Image unserer Schule im gesellschaftlichen Umfeld gesorgt. Durch die Umsetzung vieler Maßnahmen des Kriteriums 3 „Mitarbeiter" ist eine höhere Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verzeichnen. Diese Erscheinung ergibt sich auch aus der Tatsache, dass sich die Qualitätsentwicklung nach dem EFQM-Modell nicht nur auf die Ergebnisse unserer Schule bezieht, sondern auch um die Belange aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bemüht ist.





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